The mid-market reference

Argos Index® 2. Quartal 2026

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Der Argos Index® bestätigt seine leichte Erholung und steigt in Q2 2026 auf 8,8x EBITDA.

Der Argos Index® stieg um 2,3 Prozent auf das 8,8-Fache des EBITDA. Die im ersten Quartal 2026 begonnene Erholung der Preise setzte sich im zweiten Quartal fort, wenn auch schrittweise, über beide Käufergruppen und Marktsegmente hinweg. Der Median der von Finanzinvestoren gezahlten Multiples stieg auf 10,2x EBITDA, derjenige strategischer Käufer auf 7,9x. Der Anstieg wurde vom oberen Mid-Market (150 bis 500 Mio. EUR) getragen, während der untere Mid-Market (15 bis 150 Mio. EUR) weitgehend stabil blieb.

Der Anteil der Transaktionen mit Bewertungen von mehr als 15x EBITDA ging weiter zurück – von 6 % im ersten Quartal auf 5 % – und verharrte damit auf einem historischen Tiefstand. Gleichzeitig stieg der Anteil der Transaktionen mit Bewertungen von weniger als 7x EBITDA von 22 % auf 27 %. Das verdeutlicht den Abwärtsdruck auf die Preise und die Fragilität der Erholung, zeigt zugleich aber auch unterschiedliche Entwicklungen der Sektoren: So zeichnet sich in einigen traditionell hoch bewerteten Sektoren zunehmender Druck ab, beispielsweise bei Software (SaaS-Modell durch KI bedroht wird). Gleichzeitig kommt es in Sektoren mit geringerem Wachstum zu einer Normalisierung, da Verkäufer ihre Preiserwartungen angepasst haben.

Die Preise legten trotz eines volatilen geopolitischen und makroökonomischen Umfelds zu. Die M&A-Aktivität im Mid-Market verlor im zweiten Quartal 2026 an Dynamik: Die geschätzte Anzahl an Deals ging gegenüber dem Vorquartal um 8 % zurück. Das Wachstum verlangsamte sich gegenüber dem Vorjahr von rund 30 % im ersten Quartal auf jetzt 5 %. Darin spiegeln sich die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf Europa, der Anstieg der Ölpreise und das daraus resultierende Inflationsrisiko wider. Die langfristigen Zinsen im Euroraum stiegen im Quartalsverlauf¹ in einem ähnlichen Tempo wie im ersten Quartal und blieben damit auf erhöhtem Niveau.

Dass sich der Index vor diesem Hintergrund dennoch erholte, zeigt die strukturelle Widerstandsfähigkeit des Mid-Markets im Euroraum. Finanzinvestoren und Unternehmen nehmen zunehmend die Fragmentierung der Region, den Bedarf an lokaler Expertise und die im Vergleich zu Nordamerika niedrigeren Einstiegsmultiples ins Visier. Gleichzeitig stehen Finanzinvestoren unabhängig vom Zinsumfeld weiterhin unter Druck, ihr Dry Powder zu investieren. Ob sich die Erholung der Preise in der zweiten Jahreshälfte 2026 fortsetzt, wird davon abhängen, wie sich die aktuellen geopolitischen Spannungen entwickeln und wie sich das makrofinanzielle Umfeld verändert – einschließlich des geldpolitischen Kurses der EZB nach ihrer Zinserhöhung im Juni.

(1) Renditen zehnjähriger EU-Staatsanleihen, berechnet von der EZB, stiegen in Q2 2026 ~13bp (von 3,34 % auf 3,45-3,47 %)

Argos Index® mid-market
Median EV/EBITDA-Multiple auf Sechsmonatsbasis (rollierend)

Quelle: Argos Index®-Mid-Market / Epsilon Research




Die Erholung des Argos Index® wird sowohl von Finanzinvestoren als auch von strategischen Käufern getragen – trotz der Unterschiede bei den gezahlten Multiples.

Die von Finanzinvestoren gezahlten Multiples stiegen im zweiten Quartal 2026 weiter auf 10,2x EBITDA und setzten damit die Erholung fort, die nach dem Tiefstand von 8,3x im vierten Quartal 2025 eingesetzt hatte. Auch die Multiples strategischer Käufer stiegen von 7,8x auf 7,9x, womit die Bewertungen auf Unternehmensseite insgesamt diszipliniert blieben. Infolgedessen weitete sich der Abstand zwischen Finanzinvestoren und strategischen Käufern leicht auf 2,3x aus und setzte damit die seit Jahresbeginn zu beobachtende Divergenz fort. Die anhaltend hohen Multiples der Finanzinvestoren, trotz eines weiteren Anstiegs der langfristigen Zinsen im Euroraum, sind zum einen auf den weiterhin hohen Druck zurückzuführen, vorhandenes Dry Powder zu investieren. Zum anderen spielt ein Kompositionseffekt eine Rolle: Die Buyout-Aktivität konzentriert sich weiterhin auf eine kleinere Zahl qualitativ hochwertiger Transaktionen, statt auf eine breite Kaufaktivität. Diese Konzentration zeigt sich auch in den LBO-Daten für das erste

Halbjahr 2026: Finanzinvestoren standen lediglich für 14 % der geschätzten Anzahl an Deals im Mid-Market, aber für 32 % des offengelegten Transaktionswerts.

Der Abstand zwischen Finanzinvestoren und strategischen Käufern ist zudem auf die Auswahl der Sektoren zurückzuführen: 58 % der von Finanzinvestoren getätigten Transaktionen in der Stichprobe für das erste Halbjahr 2026 entfielen auf Sektoren mit höheren Multiples – Software, Healthcare, IT und B2B-Dienstleistungen. Bei strategischen Käufern waren es dagegen 35 %, da diese über ein breiteres Spektrum von Sektoren und Bewertungsniveaus hinweg zukauften. Auch innerhalb derselben Sektoren zahlten Finanzinvestoren höhere Multiples als strategische Käufer, weil sie typischerweise auf den jeweiligen Marktführer oder Konsolidierer abzielen und nicht auf einen breiteren Querschnitt von Unternehmen.

Strategische Käufer zahlten im zweiten Quartal dagegen weiterhin stabile Multiples, die sich gegenüber dem ersten Quartal kaum veränderten und deutlich unter dem Niveau der Finanzinvestoren lagen. Das galt trotz eines stärkeren Aktienmarktumfelds: Der Euro Stoxx TMI Small Index legte im Quartalsverlauf um 7,9 % zu¹. Eine solche Rally sollte eigentlich die Bewertungsmaßstäbe erhöhen, an denen sich Unternehmen bei Akquisitionen orientieren, hat sich bislang jedoch noch nicht in höheren Multiples strategischer Käufer niedergeschlagen.

(1) Der EURO STOXX TMI Small Index stieg im zweiten Quartal 2026 um 7,9 % und seit dem 1. Januar 2026 um 5,1 %.

Unternehmensbewertung / EBITDA im Zeitverlauf

Quelle: Argos Index® Mid-market / Epsilon Research




Gegenläufige Entwicklung an den Rändern der Verteilung

Der Anteil der Transaktionen mit extremen Multiples stieg im zweiten Quartal 2026 von 28 % auf 32 %, was ausschließlich auf das untere Ende der Verteilung zurückzuführen war. Der Anteil der Transaktionen mit Bewertungen von mehr als 15x EBITDA ging dagegen weiter zurück – von 6 % im ersten Quartal auf 5 % – und blieb damit auf einem historischen Tiefstand.

Gesamtanteil der Transaktionen mit Multiples 15x EBITDA des Argos Index®

Quelle: Argos Index© mid-market / Epsilon Research

Anteil der Transaktionen mit Multiples >15x des Argos Index®

Quelle: Argos Index© mid-market / Epsilon Research

Der Anteil der Transaktionen mit Bewertungen von weniger als 7x des EBITDA stieg von 22 % im ersten Quartal auf 27 % – ein deutlicher Gegensatz zum geringen Anteil der Transaktionen mit Bewertungen von mehr als 15x EBITDA. Das spiegelt den Abwärtsdruck auf die Preise wider, der sich jedoch je nach Sektor unterschiedlich entwickelt: Während traditionell hoch bewertete Sektoren unter Preisdruck stehen, kommt es in Sektoren mit geringerem Wachstum zu einer Normalisierung.

Anteil der Transaktionen mit Multiples 15x EBITDA des Argos Index®




Die M&A-Aktivität im Mid-Market geht aufgrund sinkender Anzahl an Deals im zweiten Quartal 2026 zurück

Die M&A-Aktivität im Mid-Market der Eurozone schwächte sich im zweiten Quartal 2026 weiter ab. Die geschätzte Anzahl der Transaktionen ging gegenüber dem Vorquartal um 8 % zurück und setzte damit den Rückgang aus dem ersten Quartal fort. Gegenüber dem zweiten Quartal 2025 lag die Anzahl der Transaktionen nur noch 5 % höher – eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem Wachstum von rund 30 % im Jahresvergleich, das im ersten Quartal noch zu beobachten war. Sowohl im unteren als auch im oberen Mid-Market sank die Zahl der Transaktionen im Gleichschritt (jeweils 8 %); die offengelegten Transaktionswerte entwickelten sich in dieselbe Richtung. Auf Halbjahressicht lag die

Anzahl der Transaktionen im ersten Halbjahr 2026 um 11 % über dem Vorjahresniveau, aber 16 % unter dem zweiten Halbjahr 2025. Das deutet auf eine Abschwächung gegenüber dem Höchststand des vergangenen Jahres hin. Die offengelegten Transaktionswerte gingen in beiden Vergleichen um fast ein Viertel zurück.

Diese Abschwächung spiegelt die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf Europa, den damit verbundenen Anstieg des Ölpreises auf über 100 US-Dollar je Barrel, das daraus resultierende Inflationsrisiko und die Auswirkungen auf das erwartete Wirtschaftswachstum wider. Die Zinserhöhung der EZB im Juni erfolgte zu spät im Quartal, um die Verlangsamung zu erklären. Der Gegensatz zu den allgemeinen M&A-Trends im ersten Halbjahr 2026 ist nur scheinbar: Der weltweite M&A-Transaktionswert stieg um 49 Prozent auf 2,8 Billionen US-Dollar und der europäische M&A-Transaktionswert um 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr¹. Die Zahl der Transaktionen ging jedoch deutlich zurück – in Europa um 14,2 %.

(1) Quelle: LSEG / Financial Times, 01.07.2026

Anzahl und Wert der Aktivitäten im Mid-Market-Segment in der Eurozone (15-500 Mio. Euro)

Quelle: Argos Index© mid-market / Epsilon Research

Mid-Market-Aktivität (€15–500m) in der Eurozone nach Anzahl

Die Anzahl der Transaktionen von Finanzinvestoren im Mid-Market stieg im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um 11 %, lag jedoch 16 % unter dem Niveau des zweiten Halbjahres 2025. Bei den Exits zeigte sich im Halbjahresvergleich ein ähnliches Muster. Der Anteil von LBOs¹ an den M&A-Transaktionen im Mid-Market blieb gemessen an der Zahl der Deals stabil bei 14 %, während ihr Anteil am Transaktionswert mit 32 % weiterhin deutlich höher lag. Dies bestätigt, dass Finanzinvestoren wieder verstärkt bei Primary Buyouts aktiv sind, sich dabei jedoch auf eine kleinere Zahl größerer Transaktionen konzentrieren, anstatt sich breiter über den Markt zu verteilen.

(1) Ohne Build-up-Transaktionen

Anteil LBOs an europäischer Mittelstands-M&A-Aktivität

Argos Index® 2. Quartal 2026

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