Share
Kernaussagen
- 1. Der Argos Index® setzt seinen Abwärtstrend fort und fällt auf 9,2x EBITDA.
- 2. Der Index wird durch strategische Käufer nach unten gezogen, Kaufpreise von Finanzinvestoren bleiben stabil.
- 3. Der Anteil der Transaktionen mit einem Multiple von weniger als 7x EBITDA ist gestiegen, was auf den anhaltenden Preisdruck hinweist.
- 4. Die M&A-Aktivität im Mid-Market-Segment geht weiter zurück – beeinflusst durch das unsichere Umfeld, verursacht durch US-Zölle und Störungen im Handel.
Der Argos Index® setzt seinen Abwärtstrend fort
und fällt auf 9,2x EBITDA.
Der Argos Index® ist im zweiten Quartal 2025 um 3 % auf das 9,2-Fache des EBITDA gesunken – hauptsächlich bedingt durch den Rückgang der von strategischen Käufern gezahlten Multiples, die auf 8,5x EBITDA fielen. Der Anteil der Transaktionen mit einem Multiple unter dem 7-Fachen des EBITDA stieg auf über ein Viertel der im Index erfassten Deals – ein deutliches Zeichen für den anhaltenden Abwärtsdruck auf die Bewertungen.
Wie bereits im Vorquartal spiegelt der Rückgang der Bewertungen die schwache M&A-Aktivität in der Eurozone wider: Nach Anzahl ging sie im zweiten Quartal um geschätzte 5 % zurück, nach Wert um 14 %. Die von Präsident Trump im April angekündigten „Liberation Day“-Zölle haben die wirtschaftlichen Aussichten deutlich belastet und zu Störungen im Welthandel, in den Lieferketten und im M&A-Markt geführt.
Die von Finanzinvestoren gezahlten Multiples blieben im zweiten Quartal stabil bei 10x EBITDA – gestützt durch einen sehr spezifischen Branchenmix (45 % der im Index erfassten Transaktionen entfielen auf die Bereiche Technologie und Gesundheitswesen, weitere 28 % auf Business Services).
Diese Entwicklung wurde durch die sich verbessernden finanziellen Rahmenbedingungen in der Eurozone – also sinkende Inflation und fallende Zinsen – begünstigt, trotz anhaltender makroökonomischer Unsicherheiten. Private-Equity-Fonds haben weiter investiert und konzentrierten sich dabei auf einfacher finanzierbare Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten (im zweiten Quartal lag die durchschnittliche Dealgröße von PE-Fonds um 60 % über der von strategischen Käufern), insbesondere in den genannten Sektoren mit hoher Visibilität.
Argos Index®-Mid-Market Median EV/EBITDA-Multiple auf Sechsmonatsbasis (rollierend)
Quelle: Argos Index®-Mid-Market / Epsilon Research
Index
wird durch strategische Käufer
nach unten gezogen
Die von strategischen Käufern gezahlten Multiples sanken im zweiten Quartal auf das 8,5-Fache des EBITDA, trotz einer kräftigen Rallye an den europäischen Aktienmärkten in diesem Zeitraum(1). Die Schwankungen der US-Zoll- und Handelspolitik seit April sowie deren Auswirkungen auf die Volatilität der Aktienmärkte belasteten die M&A-Aktivitäten von Strategen und hemmten eine Erholung der Bewertungen. Die relative Standardabweichung der gezahlten Multiples erreichte mit 49 % ein Rekordhoch; ein Zeichen für einen polarisierten Markt, in dem große Corporates sowohl opportunistische, niedrig bewertete Übernahmen als auch strategische Transaktionen mit hohen Aufschlägen tätigen.
Die von Finanzinvestoren gezahlten Multiples blieben stabil bei 10,0x EBITDA, bei einer vergleichsweise geringen Standardabweichung (32 %). Diese Stabilität wurde durch sinkende Finanzierungskosten und einen verbesserten Zugang zu Finanzierungen gestützt. Die LBO-Aktivität schrumpfte im zweiten Quartal etwa im gleichen Tempo wie der Gesamtmarkt: Der Anteil an der Dealanzahl blieb mit 15 % niedrig, während der Anteil am offengelegten Transaktionswert auf ein Rekordhoch von 33 % stieg – ein Hinweis auf einen deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Dealgröße.
Der Spread zwischen den von Finanzinvestoren und strategischen Käufern gezahlten Multiples weitete sich auf 1,5x EBITDA aus – ein Indikator für zunehmend divergierende Investitionsstrategien.
Trotz eines unsicheren wirtschaftlichen Umfelds und unter dem Druck, zugesagtes Kapital zu investieren oder zurückzuzahlen, fokussieren sich Private-Equity-Fonds weiterhin auf große, qualitativ hochwertige Unternehmen, die konjunkturresistent sind und eine höhere Finanzierungssicherheit bieten – und sind bereit, dafür eine Prämie zu zahlen.
(1) Der EURO STOXX TMI Small Index stieg in Q2 um 9% und um 15.5% im H1 2025.
Unternehmensbewertung / EBITDA im Zeitverlauf
Quelle: Argos Index® Mid-market / Epsilon Research
Deutlicher Anstieg von Transaktionen
mit extremen Multiples
Im zweiten Quartal 2025 stieg der Anteil der Transaktionen mit extremen Multiples wieder auf 40 % der im Index erfassten Deals. Getrieben wurde dieser Anstieg vor allem durch eine Zunahme von Transaktionen am unteren Ende der Bewertungsskala – also mit einem Multiple von weniger als 7x EBITDA. Deals mit Multiples von mehr als 15x EBITDA blieben hingegen auf einem niedrigen Niveau.
Gesamtanteil der Transaktionen mit Multiples 15x EBITDA des Argos Index®
Anteil der Transaktionen mit Multiples >15x des Argos Index®
Transaktionen mit einem Multiple unter 7x EBITDA machen mittlerweile 27 % der analysierten Stichprobe aus – ein klares Zeichen für den anhaltenden Abwärtsdruck auf Unternehmensbewertungen.
Anteil der Transaktionen mit Multiples 15x EBITDA des Argos Index®
Die M&A-Aktivität im Mid-Market-Segment
setzte ihren Rückgang in Q2 2025 fort.
Die M&A-Aktivität im Mid-Market-Segment der Eurozone setzte ihren Rückgang im zweiten Quartal 2025 fort: Nach Anzahl der Transaktionen sank sie um geschätzte 5 %, der offengelegte Transaktionswert ging um 14 % zurück. Im ersten Halbjahr 2025 lag die Aktivität damit 17 % unter dem Vorhalbjahr (H2 2024) nach Anzahl der Deals und 23 % nach Gesamtwert.
Die erwartete Erholung der M&A-Aktivität bleibt bislang aus – anders als an den Aktienmärkten. Deals waren global auch im zweiten Quartal weiter rückläufig. In Europa sank die Zahl der Transaktionen(1) um 10 %, während der Gesamtwert um 5 % zurückging. Politische und wirtschaftliche Schocks haben viele Transaktionen ausgebremst: Die anhaltende Unsicherheit rund um US-Zölle und die Handelspolitik seit Trumps „Liberation Day“ hat zu starker Verunsicherung bei Unternehmen, zu gestörten Lieferketten und erschwerten Bedingungen für Unternehmensbewertungen geführt.
Das M&A-Geschäft in der Eurozone bleibt trotz verbesserter Fundamentaldaten verhalten: Die EZB verfolgt mittlerweile einen lockereren geldpolitischen Kurs und hat ihren Leitzins innerhalb eines Jahres um über zwei Prozentpunkte gesenkt (von 4,25 % auf 2,15 %). Die Inflation liegt wieder am 2 %-Ziel. Investitionsprogramme in Europa – etwa in den Bereichen Verteidigung und Infrastruktur in Deutschland – stärken die Wachstumsperspektiven. Gleichzeitig führt die zunehmende Unberechenbarkeit der US-Wirtschaftspolitik dazu, dass sich die Dynamik allmählich zugunsten Europas verschiebt.
(1) Quelle: LSEG in Les Echos, 01.07.2025
Anzahl und Wert der Aktivitäten im Mid-Market-Segment in der Eurozone (15-500 Mio. Euro)
Quelle : Argos Index© mid-market / Epsilon Research
Eurozone Mid-market - Anzahl der Geschäfte
Die Aktivität von Finanzinvestoren ging im Einklang mit dem allgemeinen Rückgang des M&A-Marktes zurück. Ihr Anteil(1) an der Mid-Market-M&A-Aktivität lag in den vergangenen sechs Monaten stabil bei 15 % nach Anzahl, stieg jedoch auf ein Rekordhoch von 33 % am offengelegten Transaktionswert.
(1) Ohne Build-up-Akquisitionen
Anteil LBOs an europäischer Mittelstands-M&A-Aktivität
Quelle: Epsilon Research / MarketIQ